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Lexikon Forderungsmanagement

Captive (Captive Insurance Company)
Hiermit bezeichnet man einen spezialisierten Finanzierungsfonds in einem Unternehmen. Es werden hierbei Risiken auf
eine unternehmens- bzw. konzerneigene Versicherungsgesellschaft, die sogenannte Captive Insurance Company, übertragen.
Meist wird vor der Errichtung einer Captive eine Feasibility Studie durchgeführt. Gegenstand dieser externen
Selbstversicherung sind überwiegend Risiken aus den Bereichen der Sach- und/oder
Haftpflichtversicherung. 
Carnet
Das Carnet A.T.A. ist ein internationales Zollpassierscheinheft zur Erleichterung der vorübergehenden abgabenfreien
Einfuhr von Waren (Berufsausrüstung, Messe- und Ausstellungsgut, Warenmuster) in den dem A.T.A.-Abkommen beigetretenen
Ländern. 
Cash-Flow
Hierunter versteht man den Finanzüberschuss eines Unternehmens, bzw. den Nettozugang an flüssigen Mitteln in der
Regel während eines Geschäftsjahres. Der Cash-Flow umfasst den ausgewiesenen Reingewinn, die Zuweisungen an Reserven,
Abschreibungen auf Sachwerte und Beteiligungen sowie anfällige weitere Rückstellungen.
Hinweis: Fachbuch: Stefan Behringer: Cash-flow und Unternehmensbeurteilung. Berechnungen und Anwendungsfelder für
die Finanzanalyse. 8., neu bearb. und erweiterte Aufl., 2003, E. Schmidt, Bielefeld, ISBN:
3–503–07090–7. 
Cash-Management
Unter diesem Begriff versteht man die betriebliche Finanzplanung mit dem Ziel, jederzeit die ?
S_LexForderMan/Bst_L/Erls/Erls_LiquiditätLiquidität aufrecht zu erhalten und gleichzeitig freie Mittel ertragbringend
anzulegen, um die Rentabilität zu erhöhen. Zur Bewältigung der Optimierung bieten die meisten Kreditinstitute
Cash-Management-Systeme zur Information an. Hierfür werden alle erforderlichen Informationen über die Zahlungsströme
sämtlicher Konten einbezogen und zeitnah zusammengestellt. Cash-Management soll die Steuerung der Zahlungsein- und
-ausgänge effizienter machen und eine Optimierung kurzfristiger Geldanlagen und -aufnahme erleichtern.
Hinweis: Fachbuch: Rolf Nitsch / Franz Nebel: Praxis des Cash Managements. Mehr Rendite durch optimal gesteuerte
Liquidität. 1997, Th. Gabler, Wiesbaden, ISBN: 3–4091–4225–8. 
Cash Pooling
Dies ist ein unternehmensinterner Liquiditätsausgleich durch ein zentrales Finanzmanagement, das den
Unternehmensteilen im Konzern oder einer Holding Kredite zur Deckung von Liquiditätslücken offeriert. Der Pool wird
gespeist durch Liquiditätsüberschüsse aller Unternehmensteile. Wenn allerdings der unternehmensinterne
Liquiditätsausgleich zur Erhaltung der Zahlungsfähigkeit nicht ausreicht, erfolgt ein Zugriff auf externe Geld- und
Kapitalmärkte. Die wesentlichen Pluspunkte für das Cash Pooling liegen in einer geringeren zentralen Kassenhaltung und
besseren internen Kreditbedingungen. 
Causa
Dies ist der Ausdruck für den Rechtsgrund für die Vornahme eines dinglichen Rechtsgeschäftes. Z.B. ist die
Verpflichtung aus dem Kaufvertrag der Rechtsgrund dafür, dass der Verkäufer dem Käufer die Sache übereignet.

CELEX
Die kostenpflichtige Datenbank Celex gibt umfassend und zuverlässig Auskunft zum EU-Recht, zu Gründungsverträgen und
zu zwingenden und nichtzwingenden Rechtsvorschriften, die mehrsprachig und im vollen Wortlaut angeboten werden.
Außerdem enthält CELEX die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes.
Es bestehen zwei Nutzungsmöglichkeiten:
- „Menu search“ bietet die wichtigsten Suchfunktionen und stellt die Texte in verschiedenen Formaten zur Verfügung
(HTML, PDF und TIFF). Diese Schnittstelle ist so benutzerfreundlich, dass sie den Anforderungen der meisten Kunden, z.
B. Juristen, gerecht wird
- „Expert search“ bietet effiziente Suchmöglichkeiten, die auf die Bedürfnisse der anspruchsvollen professionellen
Kundschaft abgestimmt sind. Diese Benutzeroberfläche verwendet Java Applets, die allerdings beim Herunterladen Zeit
kosten können.
CELEX enthält rund 220 000 Dokumentationseinheiten in jeder der elf Amtssprachen und wird jede Woche auf den
neuesten Stand gebracht. Jeden Donnerstag werden neue Dokumentationseinheiten aufgenommen; die entsprechenden Texte
werden während des darauf folgenden Wochenendes geladen. Informationen über Internet: http://www.europa.eu.int/celex/htm/celex_ de.htm

cessio (legis)
Dies ist der lateinische Ausdruck für „Abtretung“, d.h. die Übertragung von Forderungen. Hierzu ist i.d.R. ein
Vertrag zwischen dem Inhaber und dem Erwerber nötig. Die cessio legis ist ein automatischer Forderungsübergang:
Unter der Voraussetzung bestimmter Umstände geht die Forderung über, ohne dass ein Vertrag nötig ist. Z.B. erhält
der Bürge, der für den eigentlichen Schuldner einspringen muss, automatisch die Forderung gegen diesen (§ 774 BGB).
Folglich kann er das Geld verlangen, wenn sich die wirtschaftliche Lage des Schuldners gebessert hat.

CFR (cost and freight)
Bei dieser Incoterms-Klausel trägt der Exporteur alle Transportkosten bis zum Bestimmungshafen. Der Gefahrübergang
auf den Importeur erfolgt bereits im Verladehafen, bei Überschreitung der Reling. Die Transportversicherung schließt
der Importeur ab. Die Klausel findet Verwendung im See- und Binnenschiffstransport. 
Chapter 11
Dies ist ein oft zitierter Paragraph im US-amerikanischen Insolvenzrecht. Er behandelt Sanierungsmöglichkeiten eines
zahlungsunfähigen Unternehmens.
Wichtige Stichworte:
- Anmeldung des Insolvenzverfahrens durch Schuldner oder Gläubiger
- Bildung einer geschützten Insolvenzmasse
- Fortführung der Geschäfte durch bisheriges Management
- Bestellung eines Prüfers durch Gericht
- Einrichtung eines Gläubigerausschusses durch die 7 größten Gläubiger
- Innerhalb von 120 Tagen Vorlage eines Sanierungsplanes durch Gläubiger
- Bestätigung des Plans durch das Gericht
- Auflösung der gesperrten Insolvenzmasse
Hinweis: Fachbuch: Henning Rauls: Das Reorganisationsverfahren der USA gemäß Chapter 11 BC im Deutschen
Internationalen Privatrecht.1995, Shaker Verlag, ISBN: 3–8265–5147–8. 
CIF (cost, insurance, freight)
Dies ist eine Vertragsklausel im Außenhandel Incoterms,
die beinhaltet, dass alle Kosten der Verschiffung, Versicherung und Fracht bis zum Bestimmungshafen im Warenpreis
inbegriffen sind. Sie ist nur für den reinen See- oder Binnenschifffahrtstransport geeignet. 
CIP (carriage and insurance paid)
Bei dieser Incoterms-Klausel trägt der Exporteur alle Transportkosten bis zum Bestimmungsort und bezahlt die Kosten
für die Exportabwicklung. Zusätzlich muss er auch die Kosten für die Transportversicherung übernehmen. Der
Gefahrübergang auf den Importeur erfolgt bei Übergabe an den Frachtführer. 
CISG
Dies ist das Kürzel für „United Nations Convention on Contracts for the International Sale of Goods“.

Clean payment
Im Zusammenhang mit dem Exportgeschäft wird der Begriff „clean payment“ in zwei Richtungen verwendet:
- In Verbindung mit den „reinen“ Zahlungsinstrumenten Auslandsschecks und -überweisungen sowie -wechseln, die als
sog. reine Zahlungsinstrumente in Kontrast stehen zu den „dokumentären“ Zahlungs- und Sicherungsinstrumenten wie
Dokumenteninkassi und -akkreditive.
- Im Zusammenhang mit Zahlungsbedingungen, die zur Zahlung mit „reinen“ Zahlungsinstrumenten führen, wie z. B.
Voraus- und Anzahlungen, Lieferung gegen Rechnung.

Clearing
Hierunter wird der planmäßige, periodische Ausgleich von Forderungen und Gegenforderungen durch gegenseitige
Aufrechnung verstanden. Clearing wurde ursprünglich nur am Geldmarkt zwischen Geschäftsbanken ihrerseits und der
Zentralbank (Clearingstellen der Landeszentralbanken) praktiziert. In den letzten Jahren zeigte sich eine Entwicklung
zum Industrie-Clearing – d.h. kurzfristigen Geldgeschäften zwischen gewerblichen Unternehmen mit der Absicht eines
Ausgleichs von Liquiditätsüberschüssen und -defiziten. Im internationalen Wertpapierhandel gehören z. B. zu den
Clearingsysteme CEDEL und Euro-Clear. 
Commercial Letter of Credit
Hierunter versteht man einen Handelskreditbrief als angloamerikanische Form des Dokumentenakkreditivs. Der
Begünstigte wird zur Ziehung von Wechseln ermächtigt, deren Zahlung oder Akzeptierung durch das Geldinstitut garantiert
wird. 
Commodity Trade Finance (Handelsfinanzierung)
Bei dieser Transaktionsfinanzierung wird zwischen der Handelsgesellschaft und dem Kreditinstitut ein Kreditrahmen
vereinbart. Sicherheiten werden jeweils auf die zu finanzierende Transaktion abgestimmt. Bei der Risikobeurteilung
werden sowohl die finanziellen Verhältnisse und die Bonität der Handelsgesellschaft als auch das
Lieferanten/Performance-Risiko, das Waren- und Preisrisiko sowie das Käuferrisiko bewertet. 
Computermissbrauch
Dieses spezielle Risiko ist innerhalb der Vertrauensschadenversicherung abgesichert. Hierbei werden Manipulationen
durch eigene Mitarbeiter am Computer (Computerbetrug) abgedeckt. 
Controlling
(engl.: „Steuerung“, nicht: „Kontrolle“) ist ein Planungs-, Informations- und Kontrollinstrument bei der
Koordination, Steuerung und Sicherung von Prozessen. Vorrangig ist im Fokus die Planung und Bestimmung von Zielen sowie
Kennzahlen, anhand derer in Zeitabständen Erfolgskontrollen durchgeführt werden. Auch das Forderungscontrolling sollte
in diesem Rahmen eingeschlossen sein. Hierdurch können Entscheidungen für das Management besser vorbereitet und
koordiniert werden. Von besonderer Notwendigkeit ist Controlling auch zur laufenden Überwachung von
Betriebsfortführungen unter Insolvenzbedingungen. 
Counter- Geschäfte
Dies ist eine spezielle Form der Gegengeschäfte. Nähere Informationen unter Gegengeschäfte. 
CpD-Konto
Dies ist die Abkürzung für „Konto pro Diverse“. Es handelt sich um ein Sammelkonto bei der Bank, auf dem eingehende
Überweisungen für Personen verbucht werden, für die kein eigenes Kundenkonto geführt wird. Die Guthaben auf diesem
Konto werden den Empfängern am Bankschalter, z. B. durch Barauszahlung, zugeleitet. Die Cpd-Konten spielten nach
Einführung der Zinsabschlagsteuer eine Rolle beim Geldtransfer ins Ausland. 
CPT (carriage paid to)
Bei dieser Incoterms-Klausel trägt der Exporteur alle Transportkosten bis zum Bestimmungsort und bezahlt die Kosten
für die Exportabwicklung. Der Gefahrübergang auf den Importeur erfolgt bei Übergabe an den Frachtführer. Der Importeur
trägt die Transportversicherungskosten. Die Klausel findet, entgegen den Incoterms-Klauseln CFR und CIF, auf alle
Transportarten Anwendung. 
Credit Policy
Für die Sicherstellung eines wirksamen Forderungsmanagements bietet die Formulierung einer für das gesamte
Unternehmen verbindlichen Richtlinie eine wichtige Basis. Sie stellt die Arbeitsgrundlage für das Kredit-, bzw.
Forderungs- oder Debitorenmanagement dar. Die Credit Policy sollte mit der Geschäftsleitung und allen mit dem
Lieferantenkredit in Verbindung stehenden Bereichen erarbeitet werden und Teil eines Organisations-Handbuches für das
gesamte Unternehmen sein. Enthalten sein muss eine genaue Beschreibung der Aufgaben, Ziele, Verantwortlichkeiten und
Kompetenzen der Abteilungsleitung und ihrer Mitarbeiter. Die erarbeiteten Richtlinien müssen auch die Zielvorstellungen
der Geschäftsleitung über den Einsatz von Mitteln zur Absatzfinanzierung festlegen. 
Cross-Border-Leasing
Dieser Begriff bezeichnet eine Form der Exportfinanzierung. Ein oder mehrere inländische Investoren (Leasinggeber)
bestellen bei einem inländischen Produzenten einen Leasing-Gegenstand genau nach Wunsch des ausländischen Nutzers
(Leasingnehmer), kaufen und vermieten diesen an den Leasingnehmer. Bei diesem Procedere hat der ausländische
Leasingnehmer folgende Vorteile: Gewährleistung der Finanzierung der Anschaffungskosten ohne Bereitstellung
entsprechender Liquidität; langfristige Nutzung zu flexiblen Zahlungsbedingungen (z. B. Kopplung der Leasingrate an
erzielte Erträge); (in vielen Ländern) bilanzneutral, u.U. Aktivierung des Leasing-Gegenstandes beim Leasinggeber und
beim Leasingnehmer (Doppelaktivierungsleasing, „double dip“ Leasing); geringe Leasingraten aufgrund der Verrechnung von
Abschreibung und Finanzierungskosten mit der Steuerlast des Leasinggebers. 
Current Ratio
Hierunter versteht man das Verhältnis des gesamten Umlaufvermögens eines Unternehmens zu kurzfristigen
Verbindlichkeiten. Es handelt sich um die sog. Liquidität 3. Grades. 
Customer Relationship Management (CRM)
Unter dieser Bezeichnung versteht man die Verwaltung, Auswertung und Bewertung von Kundendaten für z. B.
Verkaufsgespräche, Werbemaßnahmen und Kundenservice. 
Customizing
Mit „Customizing“ wird die Anpassung einer Standardsoftware – auch für das Forderungsmanagement – an die
Anforderungen eines Kunden verstanden. Die Fähigkeit hierzu ist in der Praxis meist ein herausragender Faktor für die
Entscheidung zu einer bestimmten Standardsoftware. Die Haupterfordernisse hierbei sind Schnelligkeit, Transparenz und
angemessenes Kostenniveau. 
CVIM
Dies ist das Kürzel für „Convention des Nations Unies sur les contrats de vente internationale de marchandises“.
Informationen können Sie unter UN-Kaufrecht
erhalten. 
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